Unerwünschte Arzneiwirkungen

  • Das Risiko einer Hirnhautentzündung nach der MMR-Impfung hängt im Wesentlichen von dem verwendeten Mumps-Impfvirusstamm ab - es ist am höchsten für den so genannten Urabe-Stamm (mehr als 14-fach erhöht). Die Meningitis tritt am häufigsten 3 - 5 Wochen nach der Impfung auf (Demicheli 2012), wodurch die Mehrzahl der Fälle wohl nicht mehr mit ihr in Verbindung gebracht und damit eben auch nicht erfasst werden.

  • Das Risiko von Fieberkrämpfen nach der Impfung ist je nach Studie bis zu 6-fach erhöht - auch diese treten typischerweise erst in der zweiten Woche nach der Impfung auf (Demicheli 2012) und werden daher oft nicht als Impfnebenwirkung diagnostiziert. Auch eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2014 fand eine starke Evidenz für den Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Fieberkrämpfen (Maglione 2014).

  • Auch potentiell lebensbedrohliche Blutgerinnungsstörungen (Thrombozytopenie) treten nach MMR-Impfung deutlich häufiger (Andrews 2012), einigen Studien zu Folge sechs mal so häufig auf, wie ohne (Demicheli 2012) und auch hier verhindert das große Zeitfenster (bis zu 6 Wochen nach der Impfung) und der damit oft ignorierte Zusammenhang zur Impfung eine zuverlässige Meldung und damit Erfassung dieser Komplikation.

Literatur

Andrews N. Vaccine. 2012 Apr 19;30(19):3042-6.

Demicheli, V. Cochrane Database Syst Rev. 2012 Feb 15;2:CD004407.

Maglione MA. Pediatrics. 2014 Aug;134(2):325-37. doi: 10.1542/peds.2014-1079. Epub 2014 Jul 1