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Gründe für eine Impfung können  sein

  • wie z.B. bei der Impfung gegen Wundstarrkrampf, da dieser nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird, die Impfung somit keinen Schutz vor Ansteckung Anderer darstellen kann
  • wie z.B. bei Masern, da natürlich jedes erkrankte Kind viele andere anstecken kann
  • wie z.B. bei der Rötelnimpfung (oder der diskutierten HPV-Impfung) bei Jungen - für diese selbst sind Röteln eine harmlose Erkrankung, erklärtes Ziel ist hier, die Ansteckung von Frauen, bei Röteln insbesondere von Schwangeren, zu verhindern
  • wie z.B. bei der Polioimpfung in Deutschland – die letzten "einheimischen" Poliofälle traten 1990, der letzte importierte Wildpoliofall überhaupt trat 1992 auf (RKI 2000). Das RKI betrachtet die Eliminierung der Polio in Europa als „mittlerweile praktisch erreicht“ (RKI 2002), die WHO h at Europa im Jahre 2002 als „poliofrei“ zertifiziert. Sie hat allerdings, nachdem das ursprüngliche Ziel der Ausrottung der Polio bis zum Ende des Jahres 2000 gescheitert ist, jetzt diese Ausrottung bis zum Jahre 2005 zum Programm erklärt, ein Nachlassen der Impfbemühungen in vermeintlich sicheren Industrienationen wäre also „globalgesundheitspolitisch“ den noch  betroffenen Ländern gegenüber sicher ein problematisches Signal....
  • so stehen bei der Diskussion über die generelle Empfehlung der Windpocken-Impfung vor allem volkswirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund: die Kosten einer solchen flächendeckenden Impfung werden verglichen mit den für die Volkswirtschaft entstehenden Verlusten durch Eltern, die zur Pflege ihrer an Windpocken erkrankten Kinder zu Hause bleiben...

Somit ist der sachliche Hintergrund der so einheitlich wirkenden Impfempfehlung der STIKO bei genauerem Betrachten sehr unterschiedlich - dies einmal in der gebotenen Differenziertheit zu durchdenken, kann für eine individuelle Impfentscheidung hilfreich sein.