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Wie verschiedene Medien gleichlautend unter Berufung auf das Robert Koch Institut (RKI) melden, gehen Experten für diese Saison von einer "nicht optimalen" Wirksamkeit des aktuellen Grippeimpfstoffs aus.

 "Bei einem der drei derzeit zirkulierenden Virustypen müsse mit einer schwächeren Wirksamkeit gerechnet werden, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Der Typ namens A(H3N2) sei für gewöhnlich besonders stark verbreitet. Er habe schon häufiger zu schweren Grippewellen geführt." (SZ 2014, Spiegel 2014).

Dies deckt sich auch mit Virusanalysen, die von den Europäischen Gesundheitsbehörden veröffentlicht wurden: "The majority of the A(H3N2) viruses characterised antigenically and/or genetically differ from the northern hemisphere vaccine component which may result in reduced vaccine effectiveness for the season." (Broberg 2015).

Für Kanada liegen bereits erste Wirksamkeitsanalysen dieser Saison vor - sie zeigen eine Impfstoffeffektivität von -8%, d.h. Geimpfte (die erfahrungsgemäß gerade bei der Grippeimpfung eher die gesünderen sind - so genannter healthy user effect) haben ein fast 10% höheres Risiko, an einer echten Influenza zu erkranken, als Ungeimpfte.... "Consistent with substantial vaccine mismatch, little or no vaccine protection was observed overall, with adjusted VE against medically attended influenza A(H3N2) infection of −8% (95% CI: −50 to 23%)" (Skowronski 2015). Auch eine Zwischenbilanz der aktuellen Grippesaison aus Großbritannien zeigt ähnlich vernichtende Ergebnisse... (Pebody 2015).

Nichtsdestotrotz solle man sich aber - so das RKI - natürlich impfen lassen...

 

Literatur:

Broberg E. Euro Surveill. 2015;20(4):pii=21023. (Abgerufen am 01.02.2015)

Pebody RG. Euro Surveill. 2015;20(5):pii=21025. (Abgerufen am 06.02.2015)

Skowronski DM. Euro Surveill. 2015;20(4):pii=21022. (Abgerufen am 01.02.2015)

Süddeutsche Zeitung, 02.01.2015, Abgerufen am 05.01.2015

Spiegel, 02.01.2015, Abgerufen am 05.01.2015