Dass eine durchgemachte Masernerkrankung eine lebenslange Immunität hinterlässt (und dies ohne die Notwendigkeit eines nochmaligen Kontaktes zu Masernviren), gehört zu den ehernen Säulen der Infektiologie (Cherry 1973, Panum 1939). Und auch über die Masernimpfung schreibt das Robert Koch-Institut: "Grundsätzlich wird von einer lebenslangen Immunität nach zweimaliger Impfung ausgegangen." (RKI 2014). Zumindest diese Überzeugung wird in den letzten Jahren jedoch zunehmend erschüttert.

Nachdem sich eine 17-jährige Austauschschülerin aus Guatemala in Deutschland mit Masern angesteckt hatte, konstruieren die üblichen Verdächtigen auch dies als abstruses Argument für eine Impfpflicht für Masern in Deutschland....

Jetzt seien - so Thomas Fischbach, der Vorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland - die Masern zurück in Guatemala, wo sie doch eigentlich "dank kluger Gesundheitspolitik" ausgerottet gewesen seien. Daher müsse jetzt endlich in Deutschland (!?!) eine Impfpflicht eingeführt werden... (DÄ 23.01.2018)

Am 08.05.2015 erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel, der eine aktuell erschienene Studie (Mina 2015) zu den immunologischen Auswirkungen der Masernerkrankung zum Thema hat - im Folgenden ein hierauf bezogener Leserbrief vom 09.05..

Mit Frankreich und Italien haben zwei der größten westeuropäischen Länder zum 01.01.2018 eine umfassende Impfpflicht eingeführt bzw. eine schon bestehende wesentlich ausgeweitet und verschärft - dies weckt, gerade auch, weil beide Länder 2017/18 massive Masernausbrüche zu beklagen haben, natürlich den Ruf nach diesem Schritt einmal mehr auch in Deutschland...

"Wie - der BGH verbietet Masernviren???" - So oder ähnlich klingen Meldungen, die derzeit in "impfkritischen" so genannten "Infoportalen" verschiedenster Couleur und in entsprechenden (fake-) newslettern kursieren.