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Bei einem Kleinkind, das im Alter von 14 Monaten gegen Mumps geimpft wurde (als MMR-Impfung, Mumps-Impfstamm Jeryl Lynn), kam es durch die Impfung zu einer schweren, chronisch verlaufenen und letztendlich tödlichen Hirnentzündung (Panenzephalitis) (Morfopoulou 2017).

Vier Monate nach der MMR-Impfung wurde bei diesem Kind ein schwerer, angeborener Immundefekt diagnostiziert, der wahrscheinlich für die Impf-Enzephalitis verantwortlich und zum Zeitpunkt der Impfung noch nicht bekannt war.

Die Veröffentlichung dokumentiert zum ersten Mal, dass auch Impfviren unter bestimmten Bedingungen zu schweren, der SSPE bei Masern vergleichbaren Hirnentzündungen führen können. Darüber hinaus stellt sie den in Deutschland gerade bei Lebendimpfungen propagierten frühen Impfbeginn noch im ersten Lebensjahr in Frage, da angeborene, schwere Immundefekte oft erst im Laufe des zweiten Lebensjahres diagnostiziert werden und - wie dieser Fall belegt - die betroffenen Kinder im Falle von Lebendimpfungen ein extrem hohes Komplikationsrisiko haben.

 

Literatur

Morfopoulou S. Acta Neuropathol (2017) 133:139–147 DOI 10.1007/s00401-016-1629-y . Abruf 21.02.2017