Drucken

Außer der Art und der Anzahl der verwendeten Impfstoffe scheint auch der Zeitpunkt der Impfung eine wesentliche Rolle für das Auftreten von UAWs zu spielen:

Das Durchführen der DPT-Impfung erst mit 2 Jahren führte in Japan zu einem deutlichen Rückgang der Nebenwirkungen (Noble 1987).

„Es ist klar, dass das Verschieben der ersten Impfung [gemeint ist hier die Keuchhustenimpfung] bis das Kind 24 Monate alt ist, ... die meisten der zeitlich assoziierten schweren unerwünschten Nebenwirkungen vermindert.“ (Cherry 1988).

Die Bedeutung des Impfzeitpunktes und damit der Reife des Immunsystems wird auch daraus erkennbar, dass es bei der „zeitgerechten Impfung“ frühgeborener Kinder (wie auch in Deutschland empfohlen) bei bis zu einen Drittel der geimpften Kinder zu teilweise lebensbedrohlichen Atemstillständen oder Kreislaufproblemen kam (Buijs 2012, Meinus 2012, Sen 2001, Slack 1999) - hier gibt es aber durchaus Arbeiten, die zu anderen Ergebnissen kommen (Carbone 2008).

In einer großen aktuellen Untersuchung an Neugeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht zeigte sich, dass eine frühe Impfung (in der Studie Diphtherie/Tetanus/Keuchhusten im Alter von 2 Monaten, also zu einem Zeitpunkt, der so auch von der STIKO empfohlen wird) zu einer signifikant erhöhten Sterblichkeit der weiblichen Säuglinge bis zum 6. Lebensmonat führte. Diese Studie aus afrikanischen Ländern ist in ihrem Endergebnis der erhöhten Sterblichkeit so natürlich nicht auf mitteleuropäische Verhältnisse übertragbar, gibt aber deutliche Hinweise auf möglicherweise hochproblematische immunologische Effekte dieser Impfstrategie, die - auch wenn sie unter unseren Bedingungen nicht zum Tod der geimpften Mädchen führen - auch in unseren Breiten angenommen werden müssen (Aaby 2012).

Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass das Noch-Vorhandensein mütterlicher Antikörper beim Neugeborenen („Nestschutz“) im Falle einer Impfung gegen die betreffende Erkrankung unter Umständen zu einer allergiefördernden Immunreaktion führt – bestätigten sich diese Ergebnisse, wäre dies ein gewichtiges Argument für einen späteren Impfzeitpunkt (Holt 2003).

Eine der besten und umfassendsten Untersuchungen der letzten Jahre zu diesem Thema stammt aus Kanada: hier konnte nachgewiesen werden, dass das bloße Verschieben der dort üblichen DPT-Impfung (allerdings mit dem in Deutschland unüblichen Ganzkeim-Keuchhusten-Impfstoff) aus dem frühen ersten ins zweite Lebenshalbjahr die Asthmahäufigkeit im Schulkindesalter halbiert (MacDonald 2008). Demnach käme dem Impfzeitpunkt für das impfassoziierte Allergierisiko eine überragende Bedeutung zu.

 

Literatur:

Aaby P. Arch Dis Child. 2012 Aug;97(8):685-91. doi: 10.1136/archdischild-2011-300646.

Buijs SC. Ned Tijdschr Geneeskd. 2012;156(3):A3797.

Carbone T. Pediatrics 2008;121;e1085-e1090; http://www.pediatrics.org/cgi/content/full/121/5/e1085

Cherry JD. PEDIATRICS 1988; 81 (SUPPL.):939-984.

Holt PG. VACCINE VOLUME 21, ISSUE 24, 28 July 2003, Pages 3432-3435

MacDonald K. J Allergy Clin Immunol 2008;121:626-31.

Meinus C. J Pediatr (Rio J). 2012 Mar;88(2):137-42.doi:10.2223/JPED.2182.

Noble GR. JAMA 1987; 257:1351-1356.

SEN S. Acta Paediatr. 2001 Aug;90(8):916-20.

Slack MH. ARCH DIS CHILD FETAL NEONATAL ED 1999 JUL;81(1)F67-8

Meine Internetseite verwendet so genannte "Session-Cookies", um Ihnen die Nutzung der Seite zu erleichtern.
Sie können das Akzeptieren von cookies in den Einstellungen Ihres Browsers unterbinden.
Näheres dazu finden Sie unter Datenschutz Einverstanden!