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In Umsetzung des BGH-Urteils vom 15.02.2000 und der Anforderungen des neuen Infektionsschutzgesetzes von 2001 hat die STIKO Richtlinien für den Umfang der Impfaufklärung definiert, wobei auch détailiert auf die nach den einzelnen Impfungen beobachteten UAWs eingegangen wird (RKI 2007)

Die STIKO unterscheidet demnach folgende Reaktionen nach Impfungen:

  1. Lokal- und Allgemeinreaktionen – diese sind unspezifischer Natur und spiegeln die lokale und allgemeine Äuseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff und seinen Begleitstoffen wider (z. B. Rötung an der Einstichstelle, Kopfschmerz, Fieber,...)

  2. Komplikationen – dies sind UAWs, die dem Impfstoff „spezifisch anhaften“, wie z. B. die Impfpoliomyelitis nach Schluckimpfung oder die Nervenentzündung nach Wundstarrkrampfimpfung.

  3. Krankheiten/Krankheitserscheinungen in ungeklärtem ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung

  4. Hypothesen und unbewiesene Behauptungen

Aufzuklären sei laut STIKO lediglich über die Punkte 1 und 2; 3 und 4 müssten nur bei expliziter Nachfrage seitens des Impflings/der Eltern ausgeführt werden. Genau in der Bewertung dieser letzten Punkte liegt jedoch ein entscheidendes Problem: wie bereits erläutert ist schon der Nachweis eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen Krankheitsgeschehen und Impfung über die Maßen schwierig und dessen Anerkennung an sinnwidrige Prämissen gebunden („pathophysiologisch erklärbar“, näheres s. Kapitel über UAWs).

Die vermehrt beobachteten Todesfälle in engem zeitlichen Zusammenhang mit der 6-fach Impfung fallen z. B. sicher bis heute in die Kategorie 3/4 („ungeklärt/unbewiesen“) – über diese jedoch nicht aufzuklären führte den Aufklärungsanspruch der vor der Entscheidung stehenden Eltern jedoch ad absurdum.

 

Literatur

BGH. VI ZR 48/99, Urteil vom 15.02.2000

RKI. Epi Bull vom 22.06.2007, Nr. 25.