Thiomersal
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 17. März 2007 um 14:32 Uhr
wirkt als Quecksilberverbindung ausgeprägt desinfizierend und ist daher als Konservierungsmittel in vielen Impfstoffen enthalten.
Die einem Säugling im Rahmen der Grundimmunisierung parenteral verabreichte Menge Quecksilbers liegt bei mindestens 0,075 mg (zum Vergleich: die WHO definiert als Grenzwert für die tägliche orale Zufuhr bei Erwachsenen 0,05 mg). Wie die meisten Quecksilberverbindungen wirkt auch Thiomersal neurotoxisch, schädigt also (irreversibel) das periphere und zentrale Nervensystem. Angesichts dieser Tatsache bleibt es vollkommen unverständlich warum erst in den letzten Jahren erste Untersuchungen über die Auswirkungen von in Impfstoffen verwandtem Thiomersal auf die frühkindliche Entwicklung durchgeführt wurden.
Eine aktuelle Studie auf der Grundlage des hervorragenden amerikanischen Erfassungssystems für Impfstoff-UAWs (VAERS) kommt zu erschreckenden Ergebnissen: demnach wäre das Risiko für entwicklungsneurologische Schädigungen nach einer quecksilberhaltigen DTaP-Impfung wesentlich höher, als nach der thiomersalfreien Variante: im einzelnen ist das Relative Risiko (RR) für Autismus 6-fach, für allgemeine geistige Entwicklungsverzögerungen sogar mehr als 6-fach und für Sprachentwicklungsverzögerungen mehr als 2-fach erhöht. (Geier 2003). Hinweise auf ein erhöhtes Autismusrisiko fanden sich auch schon in den Untersuchungen von Bernard (Bernard 2001) und wurden auch in aktuellen epidemiologischen Untersuchungen nochmals bestätigt (Geier 2004).
Eine im Jahr 2003 erschienene Studie, die in der veröffentlichten Version Bedenken zu Thiomersal zu zerstreuen scheint, hat, folgt man den Erkenntnissen des amerikanischen Arztes und Kongressabgeordneten Dr. Dave Weldon in einem Brief, den er an die Leiterin des CDC schreibt, eine überaus bemerkenswerte Publikationsgeschichte: Weldon zufolge enthielten die ersten Versionen der Untersuchung deutliche Hinweise auf entwicklungsneurologische Risiken durch Thiomersal. Als Folge eines darauf hin anberaumten„Krisentreffens“ zwischen den Studienautoren, dem CDC und der Pharmaindustrie seien die Rohdaten dann solange manipuliert worden, bis das gewünschte, harmlose Ergebnis folgte (Verstraeten 2003, Weldon 2003).
Darüber hinaus zeigen aktuelle Untersuchungen, dass Thiomersal auch in den an der Impfstelle auftretenden Konzentrationen bereits erbsubstanzschädigende Effekte haben kann (Westphal 2003)
Als möglicher Mechanismus der Schädigung durch Thiomersal wird nach neueren molekularbiologischen Untersuchungen vor allem eine Hemmung des für das Wachstum und die Differenzierung auch gerade von Nervenzellen entscheidende Methioninsynthetase und damit der entsprechenden Wachstumsfaktoren diskutiert – es konnte nachgewiesen werden, dass Quecksilber die Funktion dieser entscheidenden Enzyme signifikant hemmt und zwar bereits in Mengen, die deutlich unterhalb derer liegen, die mit thiomersalhaltigen Impfstoffen verabreicht werden (Waly 2004).
Der von Fachleuten seit langem geforderte - technisch und pharmakologisch unproblematisch mögliche - Ersatz von Thiomersal gegen andere, schwermetallfreie Konservierungsstoffe und der von Formaldehyd gegen nicht kanzerogene Alternativen scheitert zur Zeit sicherlich an mehreren Faktoren:
- zum einen bedarf der Impfstoff auch nach einer solchen Änderung eines erneuten, für die Pharmafirma kostenpflichtigen Zulassungsverfahrens. Wie notwendig dies ist und wie wenig es trotzdem vor bösen Überraschungen zu schützen vermag zeigte der Zulassungswiderruf von TICOVAC (s. FSME) im Sommer 2000 durch das PEI – auch hier waren im Vergleich zum Vorgängerprodukt im wesentlichen "nur" Konservierungsmittel und Stabilisatoren verändert worden.
- zum zweiten liegt das Hauptinteresse der Pharmaindustrie auch nicht in der Vermarktung der betroffenen, oft älteren (bewährten) Einzel- oder Zweifachimpfstoffe (wie zum Beispiel der „klassischen“ Kombination Diphtherie/Wundstarrkrampf für Kinder) – speziell diesen Kindern sollen ja lieber die aktuellen, selbstverständlich quecksilberfreien Sechs- und Siebenfachimpfstoffe verimpft werden. Anders ist es kaum zu erklären, dass für ältere Kinder und Erwachsene von den selben Firmen längst thiomersalfreie Tetanus- und Diphtherieimpfstoffe angeboten werden – aber eben nicht für die Grundimmunisierung bei Säuglingen und Kleinkindern... eine Haltung, die angesichts der oben aufgeführten aktuellen Untersuchungen kaum mehr nur mit einem Kopfschütteln abgetan werden kann.


