Anaphylaxie, Thrombopenie (Institute of Medicine 1994)

Das Risiko einer aseptischen Meningitis (Hirnhautentzündung) nach MMR-Impfung liegt nicht wie früher angenommen bei 0,4 bis 10 : 1.000.000, sondern wohl eher im Bereich 1 : 11.000 (Miller, E. 1993). Auch eine Enzephalitis (Hirnentzündung) ist als Impffolge beschrieben (Beale 1974, Hirayama 1983, Institute of Medicine 1994 (17 Verdachtsfälle), Bitnun 1999, Martinon-Torres 1999): „Neue Arbeiten ... bestätigen die seltene Assoziation zwischen Masern-Impfstoff enthaltenden Impfstoffen und postinfektiöser Enzephalomyelitis“. (Duclos 1998). „Diese Häufung legt nahe, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Masernimpfung und Hirnschädigung bestehen könnte...“ (Weibel 1998). Die Häufigkeit dieser UAW ist schwer einzuschätzen: Im Editorial des Journal for Medical Microbiology zu einer Studie über aseptische Meningitis (Hirnhautentzündung) nach Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) heißt es: "Die Rate der postvaccinalen Meningitis [Hirnhautentzündung nach Impfung] variiert von Studie zu Studie und ist möglicherweise abhängig von der Intensität, mit der versucht wird, solche Fälle zu finden." (Forsey 1994).

In Deutschland wurden der ESPED 1998 3, 1999 4 Fälle einer serösen Meningitis/ Encezephalitis in engem zeitlichen Zusammenhang mit einer MMR-Impfung gemeldet, in einem Fall mit schwerer enzephalitischer Symptomatik und deutlichen Folgeschäden bei Klinikentlassung  Auch hier gehen die Autoren des ESPED-Jahresberichtes von einem deutlichen underreporting aus: „Ein Vergleich mit den verkauften Impfstoffen des Jahres 1998 ließe jedoch eine höhere Zahl von Fällen erwarten. Möglicherweise wird bei serösen Meningitiden in Deutschland zu selten die Impfanamnese hinsichtlich einer innerhalb von 6 Wochen vorausgegangenen MMR-Impfung erhoben.“ (ESPED 1998).

Das Risiko einer Encephalitis nach Masern im Kindesalter liegt bei 1 : 10.000 - 15.000, im Erwachsenenalter bei 1 : 1000 (Gritz 1999).

Krampfanfälle (Pollock 1983)

  • Das Risiko, innerhalb 8 – 14 Tagen nach einer MMR-Impfung einen Krampfanfall zu erleiden ist neueren Untersuchungen zufolge ca. 2,8-fach erhöht im Vergleich zu ungeimpften Kindern (Barlow 2001).

  • Auch das Risiko, dass Kinder mit einem Fieberkrampf in der Vorgeschichte nach der Masernimpfung einen erneuten Krampfanfall erleiden, ist signifikant erhöht (Miyake 2001).

  • „67% der Aufnahmen wegen Krampfanfällen 6 bis 11 Tage nach MMR-Impfung waren auf die Masernkomponente zurückzuführen (Risiko 1 : 3000 Impfdosen)." (Farrington 1995).

Auch das Auftreten von Epilepsie-Syndromen im engen zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung ist beschrieben (Ishikawa 1999)

In ca. 1 von 12.500 Fällen kommt es 1 – 2 Wochen nach der MMR-Impfung unter dem Bild einer Gangstörung zu einer meist vorübergehenden Schädigung des Kleinhirnes (cerebelläre Ataxie) – auch hier sind bleibende Schädigungen beschrieben (Plesner 2000).

Auch andere Formen geistiger Entwicklungsverzögerung sind nach der MMR-Impfung beschrieben – das Risiko liegt deutlich höher als selbst für die „alte Keuchhustenimpfung“ (Geier 2003)

Autismus

  • Auch wenn die initial diesen Verdacht begründende Untersuchung von Wakefield (Wakefield 1998) mittlerweile als Fall von Datenmanipulation und wissenschaftlicher Fälschung angesehen wird, fanden auch andere Untersucher Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zumindest bei einer MMR-Impfung vor dem 3. Geburtstag (DeStefano 2004, Geier 2004).

  • Zusammenfassend stehen hier auf der einen Seite methodisch nicht völlig befriedigende Untersuchungen (kleine Fallzahlen), die einen Zusammenhang für möglich halten (DeStefano 2004, Geier 2004) vermeintlich entkräftenden Studien gegenüber, die sich in ihrer überwiegenden Mehrzahl den Vorwurf der Parteilichkeit bzw. sogar der Datenmanipulation machen lassen müssen (Yazbak 2003, Yazbak 2005).

  • Damit ist diese Frage eines Zusammenhanges zwischen Masernimpfung und Autismus zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen und keineswegs so eindeutig beantwortet, wie dies aktuelle diesbezügliche Veröffentlichungen weismachen wollen...

Entzündung des Sehnerven (Opticusneuritis) (Arshi 2004)

Guillain-Barré-Syndrom, Taubheit, Entzündung des Sehnerven (Optikusneuritis) (Neustaedter 1996)

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Thompson 1995, Wakefield 1995)

Eine frühe Hochtiter-Masernimpfung (4.-6. LM) ergab bei 2-jährigen Mädchen eine Häufung von Todesfällen nach Infektionserkrankungen (Halsey 1993)

Nach Masernimpfung kommt es zu eine deutlichen Verminderung der Lymphocytenzahl (Nicholson 1992) und -funktion (Hirsch 1981), MMR unterdrückt vorübergehend die Funktion der neutrophilen Leukozyten (Toraldo 1992), d. h. genau wie Masern selbst erzeugt die Impfung eine vorübergehende Immunschwäche

Thrombocytopenie: Es gibt einen ursächlichen Zusammenhang zwischen MMR-Impfung und ITP [Hautblutungen durch Verminderung der Blutplättchen], wobei es keinen Hinweis auf einen Mumps-spezifischen Effekt gab. Das geschätzte absolute Risiko von 1 : 24.000 Impfdosen war 5 mal höher als das durch von Ärzten berichtete Fälle errechnete. (Farrington 1995)

Toxische Epidermolyse: im engen zeitlichen Zusammenhang mit einer MMR-Impfung wurde eine schwere toxische Epidermolyse (Lyell-Syndrom, Ablösen der oberen Hautschichten) beschrieben (Dobrosavljevic 1999).

Im Anschluss an eine Masernimpfung kann im Einzelfall das verimpfte Virus im Rachenabstrich des Impflings nachgewiesen werden – geimpfte Kinder können dieses Impfvirus also offenbar weiterverbreiten, wobei das nach der Impfung häufig auftretende Fieber („Impfmasern“) Hinweis auf eine stattfindende Virusvermehrung im Körper ist (Morfin 2002).

 

Literatur:

Kucukosmanoglu E. Allergol Immunopathol (Madr). 2006 Jul;34(4):146-149.

Rosenlund H. Pediatrics 2009 Mar;123(3):771-8