Rotaviren - Die Erkrankung

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Seit 2006 sind in Deutschland zwei Schluckimpfstoffe gegen durch Rotaviren ausgelösten Magen-Darm-Infektionen auf dem Markt. Obwohl von der STIKO noch nicht offiziell empfohlen, werden beide Impfstoffe sowohl von den Herstellern massiv beworben, als auch von Kinderärzten bereits großflächig angewendet. Lesen Sie hier, was Sie für eine Entscheidung für oder gegen diese Impfung wissen müssen.

Epidemiologie und Virologie

  • Infektionen mit Rotaviren sind weltweit die häufigste Ursache schwerer Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern.

  • Erkrankungsgipfel zwischen sechs Monaten und zwei Jahren.(RKI 2008),(EMEA 2008)

  • Bis zum dritten Lebensjahr haben 90%, bis zum 5. Lebensjahr annähernd 100% aller Kinder eine RV-Infektion durchlebt (RKI 2007)

  • In Mitteleuropa gibt es eine jahreszeitliche Häufung zwischen Februar und April (RKI 2008)

  • Infektionsweg: Schmierinfektion

  • Differenzierung verschiedener Gruppen von RV, als Krankheitserreger sind vor allem die RV der Gruppe A bedeutsam. RV werden nach Oberflächenproteinen (P und G) weiter in Untertypen differenziert, die sich in ihrer Bedeutung stark regional und – ähnlich wie die Influenzaviren – saisonal unterscheiden. (Santos 2005)
  • Die durchgemachte Erkrankung hinterlässt keine vollständige Immunität, allerdings sind Kinder nach einer natürlich durchgemachten Infektion zu 40% vor Rotaviruserkrankungen insgesamt und zu fast 90% vor komplizierten und schweren Verläufen geschützt (CDC 2006).

Erkrankung

  • Inkubationszeit zwischen Infektion und Auftreten der Symptome 1 – 3 Tage.

  • Akute wässrige Durchfälle, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber.

  • Erkrankungsdauer 2 – 6 Tage.

Komplikationen

  • Vor allem im frühen Kindesalter in Einzelfällen Austrocknung mit der Notwendigkeit stationärer Behandlung. (RKI 2008)

  • Neben asymptomatischen Verläufen sind vor allem im frühen Kindesalter schwere Erkrankungen mit Dehydratation möglich, die eine stationäre Behandlung erfordern können.(RKI 2008)

  • In Entwicklungsländern sind RV-Infektionen wesentlich für die Kindersterblichkeit verantwortlich (RKI 2008), in Deutschland sind Todesfälle äußerst selten (2004: 6, 2005: 4 – wobei berücksichtigt werden muss, dass RV-Infektionen häufig im Krankenhaus erworben werden und daher bei vorerkrankten Patienten auftreten (at 2008)).

  • Im Erwachsenenalter überwiegen milde Verläufe, z.B. als Reisedurchfall

Literatur:

a-t 2008; 39: 111-4

CDC: MMWR 2006; 55 (RR-12): 1-13

EMEA: Europ. Beurteilungsbericht (EPAR) ROTATEQ, Stand August 2008; http://www.emea.europa.eu/htms/human/epar/r.htm

GlaxoSmithKline: Schreiben vom 19. Okt. 2006

GlaxoSmithKline: Fachinformation ROTARIX, Stand Dez. 2007

GlaxoSmithKline (USA) : US-am. Produktinformation ROTARIX, Stand April 2008

HÜLSSE, C. in: Rotaviren-Erkrankung - starke Belastung für Familien; Radio Melodie vom 18. März 2008

LINHARES, A.C. et al.: Lancet 2008 ; 371: 1181-9

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RKI: Epidem. Bull. 2007; Nr. 2: 9-11

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Sanofi Pasteur MSD: Fachinformation ROTATEQ, Stand April 2008

SANTOS, N., HOSHINO, Y.: Rev. Med. Virol. 2005; 15: 29-56

VESIKARI, T. et al.: N. Engl. J. Med. 2006; 354: 23-33

VESIKARI, T. et al.: Lancet 2007; 370: 1757-63