Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen rügt Sorgfalt der STIKO
Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA), das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, kritisiert die Antwort der STIKO auf eine Anfrage des G-BA zur HPV-Impfung in deutlichen Worten.
Nachdem sich schon im vergangenen Jahr die Zweifel an der Sinnhaftigkeit und wissenschaftlichen Grundlage der HPV-Impfempfehlung häuften, hatte der G-BA die STIKO zu einer Neubewertung dieser Empfehlung aufgefordert. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung1 liegt diese jetzt vor, enthalte aber, so der G-BA, zahlreiche Ungereimtheiten. Die der Beurteilung zu Grunde liegenden Quellen seien nicht nachprüfbar, einseitig ausgewählt und gezogene Schlussfolgerungen seien zweifelhaft. Darüber hinaus enthalte die Argumentation der STIKO Widersprüche, die den Autoren der Neubewertung wohl entgangen seien.
Auch die Tatsache, dass der STIKO-Vorsitzende Hofmann schon vor dem Erstellen der Expertise öffentlich verlautbaren ließ, diese würde nicht anders ausfallen als die erste Stellungnahme der STIKO zur HPV-Impfung, ließe ebenso Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der Arbeit dieser Kommission aufkommen wie die von Mitgliedern des G-BA kritisierte Tatsache, dass die STIKO-Mitglieder "mehrheitlich Interessenkonflikte haben".
Der Herausgeber des industrieabhängigen Fachjournals Arznei-Telegramm, Wolfgang Becker-Brüser, wird von der SZ mit den Worten zitiert: "Die [Mitglieder der STIKO] haben nicht gemerkt, dass sich die Zeiten geändert haben. Heute kann man nicht mehr einfach nach dem Motto 'Impfen ist gut' Impfungen empfehlen. Die Entscheidung muss wissenschaftlich valide und überprüfbar sein."
Genau hieran mehren sich bei der HPV-Impfempfehlung aber offenbar die Zweifel...
1http://www.sueddeutsche.de/wissen/72/472595/text/
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