Das Beispiel HiB-Impfung

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Die HiB-Impfung gilt bei Diskussionen zu Sinn oder Unsinn von Schutzimpfungen immer wieder als „Musterschüler“ – gelang es doch, binnen weniger Jahre die Anzahl der schweren HiB-Infektionen in Deutschland von 1600 pro Jahr (geschätzt) auf ca. 60 pro Jahr (errechnet) zu reduzieren. Dabei werden allerdings folgende Phänomene gerne unerwähnt gelassen:

Vor der HiB-Impfära war dieser Erreger unumstrittener Spitzenreiter als Erreger der eitrigen Hirnhautentzündung im Säuglings- und Kleinkindesalter – eine so deutliche Keimreduktion wie erwähnt sollte dann erwartungsgemäß auch die Häufigkeit dieser Erkrankung entsprechend verringern – dies trat jedoch nicht ein:

Die Gesamtzahl eitriger Hirnhautentzündungen in dieser Altersgruppe nahm nur gering ab (Gruber 2000, Müschenborn-Koglin 2000).

In Deutschland steigt in den letzten Jahren kontinuierlich die Zahl und der Anteil der von der Impfung nicht erfassten Haemophilus influenza-Typen bei den gemeldeten schweren HiB-Infektionen an (ESPED 2002).

Parallel zum Rückgang der schweren HiB-Infektionen kam es zum Beispiel in Skandinavien zu einer Zunahme schwerer Pneumokokken-Infektionen um das Dreifache (Baer 1995, Ekdahl 1998), ein Trend, der sich zum Beispiel auch in der Schweiz darstellen lässt (Klein, www.impfo.ch)

Die Elimination des Erregers scheint weitgehend gelungen – der Schutz vor der Krankheit (s. o. die Vorbemerkung der STIKO!) wohl deutlich weniger.