Spätestens seit der Vaxxed-Tournée durch Deutschland als offenes Geheimnis gehandelt, erschien jetzt Ende April die erahnte wissenschaftliche Studie mit dem Vergleich geimpfter und ungeimpfter Kinder ("vaxxed vs. unvaxxed") bezüglich Entwicklungsauffälligkeiten (Mawson 2017).

Nach dem Erfolg der Pocken-Eradikation* setzte die WHO zahlreiche andere Erkrankungen auf die "schwarze Liste" der zu beseitigenden Erkrankungen, neben der Kinderlähmung ganz vorne auch die Masern (WHO 2012). ZIel ist ihre Elimination in allen 5 WHO-Weltregionen (WHO 2018 und 2012), auch die deutschen Gesundheitsbehörden haben sich diesem Ziel verpflichtet (BMG 2015).

Die Ausrottung ("Eradikation") von Krankheiten durch Impfprogramme ist eines der umstrittensten Themen im Bereich der Schutzimpfungen.

Enzephalitis (Hirnentzündung) und bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung) gehören zu den schwersten und komplikationsträchtigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Sie zu verhindern war und ist das erklärte Ziel zahlreicher Impfungen und Impfprogramme, die sich teilweise gegen virale (Masern, Mumps, Röteln, Windpocken), teilweise gegen bakterielle Erreger (HiB, Pneumokokken, ...) dieser Krankheitsbilder richten. Deren Effekte auf die Häufigkeit der eigentlichen Erkrankungen sind jedoch oft unvorhersehbar.

Das Argument der so genannten Herdenimmunität scheint in der aktuellen Impfdiskussion das Universalargument zum Beenden jeder impfkritischen Diskussion zu sein: Impfen, um andere zu schützen, die sich in Einzelfällen nicht selber schützen können. Was ist eigentlich Herdenimmunität?