In einer seltenen "Human-Challenge"-Studie wurden freiwillige Probanden nach der Pneumokokken-Impfung mit einem Pneumokokken-Serotyp infiziert, der besonders häufig schwere Krankheitsverläufe hervorruft und in den aktuellen Impfstoffen enthalten ist. Die Besiedlung der Nasen-Rachen-Schleimhaut mit diesem Serotyp 3 (Spn 3) unterschied sich nach der gezielten Infektion nicht substanziell zwischen Geimpften und Ungeimpften.
Die Autoren dieser von Pfizer finanzierten Studie sehen hierin eine Erklärung für das Fehlen einer relevanten Herdenimmunität nach der Pneumokokken-Impfung und eine der vielen Erklärungen für deren schlechte epidemiologische Wirksamkeit: die Häufigkeit auch schwerer Pneumokokken-Erkrankungen wird auch durch hohe Durchimpfungsraten nicht wesentlich verändert.
"These findings align with epidemiological data indicating persistent Spn3 disease in unvaccinated older populations, even where paediatric national immunisation programmes with PCV13 are well established."
Dass die Schlussfolgerung dieser herstellerfinanzierten Studie dann lautet, man müssen dann eben alle Altersgruppen direkt impfen, darf nicht verwundern... Nur: auch die direkte Effektivität der Pneumokokken-Impfung ist - bezüglich des Schutzes vor den entsprechenden Erkrankungen - extrem schlecht.
Liatsikos K. 2026. https://doi.org/10.1016/j.lanmic.2025.101267
