In der Diskussion um weltweit (nicht in Deutschland!) ansteigende Masernzahlen schienen lange Zeit drei Grundannahmen ehern in Stein gemeisselt: dass erstens die durchgemachte Masernerkrankung eine lebenslange Immunität hinterlässt, es zweitens immunologisch nur einen einzigen Typ Masernvirus gibt und daher die Masernimpfung weltweit gleich gut und - dies ist die dritte Annahme - lebenslang schützt.

Nachdem in der Welt außerhalb des Robert Koch-Instituts (RKI) die dritte Annahme längst als überholt erkannt wurde (s. hier), gerät jetzt auch die zweite Säule bedenklich in's Wanken....

Spätestens seit der Diskussion des so genannten "Masernschutzgesetzes" ist das Thema eines (fehlenden) Masern-Einzelimpfstoffs in Deutschland und der EU in der Mitte der Auseinandersetzung über die Impfpflicht angekommen. So sieht z. B. der Deutsche Ethikrat in der Verfügbarkeit eines solchen Impfstoffs eine Grundvoraussetzung für jede Form einer Impfpflicht (Ethikrat 2019).

Neben der notwendigen Zahl der Masern-Impfdosen (s. hier) wird auch deren Zeitpunkt sowohl international als auch sogar zwischen verschiedenen deutschen Impfkommissionen hochkontrovers diskutiert.

Die Diskussion um die geplante (!) Impfpflicht für Kinder in Betreuungseinrichtungen in Brandenburg (BB) wird - wie die gesamte aktuelle Impfpflicht-Diskussion - mit fake news und alternativen Fakten geführt. Hier die offiziellen Zahlen im Faktencheck.

Die Kontroverse um die Zahl der notwendigen Masernimpfungen (Eine? Zwei? noch mehr??) ist nicht erst mit der Diskussion um eine Masernimpfpflicht in Deutschland voll entbrannt - leider zeugen viele Aussagen auch selbsternannter Fachleute hier von wenig Sachkenntnis... . Welche Rolle spielt denn jetzt zumindest die zweite Masernimpfung und ist sie so zentral wichtig wie behauptet?