H. zoster-Impfung und Demenz - Impfeuphorie frisst Hirn

Die wissenschaftliche Welt stand Kopf, als 2023 eine internationale Forschergruppe aus den Daten zur Einführung der Gürtelrose-Impfung in Wales einen atemberaubenden Schutzeffekt dieser Impfung gegen Demenz-Erkrankungen von bis zu 20% behaupteten (s. hier). 2023 als preprint veröffentlicht, erschien die Studie im April 2025 in nature (Eyting 2025) und wurde von mainstream-Medien bald als Beweis für einen ursächlichen Schutzeffekt durch die Impfung gehandelt. Dies umso mehr, als die gleiche Arbeitsgruppe ähnliche Ergebnisse aus anderen Ländern nachlegten.

Kritische Stimmen, die schon damals auf Inkonsistenzen hinwiesen (Effekt unerklärlich nur bei Frauen nachweisbar, Effekt unerklärlich schnell nach der Impfung, Ähnlicher Effekt unerklärlich auch nach der Influenza-Impfung, ...) verhallten sowohl in der scientific community als auch in der Öffentlichkeit weitgehend ungehört.

Am 17. Juni veröffentlichte jetzt eine britische Forschungsgruppe - zunächst nur als Video einer Gastvorlesung - die Ergebnisse ihrer Studie, die die gleiche epidemiologische Sondersituation bei der Einführung der Impfung nutzten, aus UK, also mit einer etwa 20 mal so großen Studienpopulation wie die walisische Studie (Davey-Smith 2026). Der Effekt der Impfung auf die Häufigkeit der Gürtelrose war eindrucksvoll, der Effekt auf Demenzerkrankungen war: null. Und dies stabil über eine ganze Reihe von Sensitivitätsanalyse innerhalb der Studiendaten.

Auch wenn eine einzelne Studie mit gegenteiligen Ergebnissen die initiale Arbeit von Eyting nicht "widerlegt": die Eyting-Ergebnisse sind, mit belastbarer Methodik und sehr großer Studienpopulation nicht reproduzierbar, was ihren Wert nicht auf Null setzt, die Aussage aber stark in Frage stellt.

Impfeuphorie frisst Hirn: wenn nur die Aussagen einer Studie impfeuphorisch genug sind, werden die grundsätzlichen methodischen Grenzen und Probleme von Beobachtungsstudien (z.b. healthy vaccinee-Effekt; grundätzliche Unmöglichkeit, eine Kausalität nachzuweisen, ...) gerne ignoriert, weil das Ergebnis doch so schön ist - leider eben: zu schön, um wahr zu sein... .

Eine hervorragende und wissenschaftlich fundierte Analyse liefert der britische Impfologe Alasdair Munro in seinem substack (Munro 2026), noch pointierter, aber nicht weniger kompetent: Vinay Prasad (Prasad 2026)