Der Druck, der derzeit auf frisch gewordene Eltern in deutschen Geburts- und Kinderkliniken ausgeübt wird, ihr Neugeborenes unbedingt und auf jeden Fall sofort gegen RSV impfen zu lassen (weil es, so das Narrativ nur so den Winter überleben wird), ignoriert einmal mehr, dass auch bei dieser Impfung - wie z.B. auch bei der ebenso brachial beworbenen Meningokokken B-Impfung - die ganz überwiegende Mehrzahl der europäischen Nachbarländer die Position der STIKO nicht teilen. Nur 8 (in Worten: acht) von insgesamt 30 europäische Impfkommissionen empfehlen die passive Immunisierung mit Nirvesimab (Beyfortus®) für alle Säuglinge, wie es die STIKO seit 2024 tut (Quelle: eigene Recherche in den veröffentlichten Impfempfehlungen).
Noch dünner wird der Konsens bei der RSV-Impfung für Erwachsene: nach den Daten der European Centers for Disease Control (ECDC) wir diese für Ältere nur in fünf von 30 europäischen Staaten empfohlen, und auch für Schwangere wird die Impfung bislang in nur 10 Ländern Teil der allgemeinen Impfempfehlungen... in jedem Fall ist die STIKO natürlich ganz vorne mit dabei... .
