Die genaue Analyse eines Masernausbruchs an einer französischen weiterführenden Schule (Bénet 2025) zeigt Bekanntes, Befürchtetes und Neues:

  • von den 64 Betroffenen waren die Hälfte mit jeweils zwei Impfdosen gegen Masern geimpft

  • die Schutzwirkung/Impfstoff-Effektivität etwa 10 Jahre nach der Impfung hing unmittelbar vom Zeitpunkt der ersten Impfdosis ab: sie betrug  > 95% (95%-Vertrauensbereich 91,4 - 98,5), wenn die erste Impfdosis erst im zweiten Lebensjahr verabreicht wurde, 83,3% (VB 74,3 - 89,2) bei einer Erstimpfung im Alter von 9 bis 11 Monaten (von der STIKO empfohlen z.B. für Kinder in Gemeinschaftsbetreuung) und nur noch 60,7% (VB 10,6 - 82,7) bei einer noch früheren Impfung.

  • Die Schwere des Krankheitsverlaufs unterschied sich nicht zwischen Geimpften und Ungeimpften

Die Studie bestätigt, dass die mit der deutschen Masernimpfpflicht einhergehende häufige frühe Masern-Erstimpfung vor dem ersten Geburtstag schon mittelfristig zu einer deutlich schlechteren Immunität gegen Masern führt, als die in den meisten europäischen Nachbarländern empfohlene Impfung erst im zweiten Lebensjahr. Auch wenn bei den kleinen Fallzahlen Vorsicht geboten ist, scheint die dann nachlassende Immunität nicht einmal mehr den Krankheitsverlauf abzumildern.

https://doi.org/10.2807/1560-7917.ES.2025.30.46.2500130

Weiterführendes hierzu unter https://www.impf-info.de/die-impfungen/masern/276-masernimpfung-wann-denn-nun.html