Nebenwirkungen der aktiven Impfung

  • Beschrieben wurden im engen zeitlichen Zusammenhang mit der FSME-Impfung v.a. immer wieder neurologische Nebenwirkungen mit teilweise bleibenden Schäden (arznei-telegramm 2007, 2002, 2001):

    • Narkolepsie (Schlafsucht) (Hidalgo 2016), Krampfanfälle, Myelitis/Rückenmarksentzündung (Ipatti 2012, Bohus 1993), Meningitis, Enzephalitis, Augenmuskellähmungen, Verlust der Riechfähigkeit (Vodicka 2010), Mulitple Sklerose (in Österreich als Impfschädigung anerkannt (arznei-telegramm 1995)), Guillain-Barré-Syndrom, Depression

    • "In Gebieten mit geringem Infektionsrisiko kann die Gefährdung durch die Impfung daher größer sein als durch die Infektion." (arznei-telegramm 2007)

 

Wirksamkeit

  • Die Effektivität der Impfung ist nicht abschließend beurteilbar, denn ""Harte" Evidenz aus Studien mit klinischen Endpunkten liegt ... nicht vor" (arznei-telegramm 2007).

  • Das auch in Deutschland empfohlene Intervall der Auffrischung alle 3 - 5 Jahre scheint wesentlich zu eng gefasst: die WHO geht von einem Schutz von mehr als 8 Jahren in mehr als 90% der Fälle aus: "in >90% of vaccinees antibody titres persist for ≥8 years following the last booster immunization";  die Schweiz (flächendeckendes Endemiegebiet) frischt die FSME-Impfung in Übereinstimmung mit diesen Daten alle 10 Jahre auf (WHO 2011).

  • Das Risiko von Impfdurchbrüchen, also von Erkrankungen trotz Impfung, scheint - ebenfalls laut WHO - unabhängig vom Abstand zur letzten Auffrischung zu sein:  "occasional breakthrough infections occur independently of the time since last immunization" (WHO 2011).

 

Literatur:

arznei-telegram 1995; 3;32

arznei-telegramm 2001; 32: 41-3

arznei-telegramm 2002; 3; 27

arznei-telegramm 2007; 38: 70-1

Bohus M. Lancet 342 (1993), 239

Hidalgo H. Sleep. 2016 Oct 1;39(10):1811-1814.

Ipatti P. Duodecim. 2012;128(3):307-10.

PEI. Pressemitteilung - 23. Juni 2000

Vodicka J.Vaccine. 2010 Jan 22;28(4):886-8.

WHO. 2011. WER 86, 241–256.